Als Winnie-the-Pooh sich von Christopher Robin verabschieden muss, gesteht ihm dieser nachdem sie Nirgendwo hin gegangen sind, am liebsten tue er gar nichts. “Wie tut man gar nichts?” fragt ihn dann Pooh nach langem Grübeln. “Das ist, wenn man es gerade tun will, und die Leute wollen von einem wissen: ‘Und was willst du jetzt tun, Christopher Robin?’ Und dann sagt man: ‘Och, gar nichts’, und dann tut man’s einfach.”
Nach Christopher Robin bedeutet es, “dass man einfach so vor sich hin geht, sich alle Sachen anhörte die man nicht hören kann, und sich nicht weiter darum kümmert.” Christopher Robin hatte aber auch verstanden, dass sie ihm da, wo er hin gehen würde, nicht mehr erlauben würden, nichts zu tun.

Das Nichtstun ist in unserer Gesellschaft nun einmal verpönt. Jeder tut irgendetwas. Jeder Moment sollte am Besten irgendwie zum Tun genutzt werden. Noch besser: nicht nur irgendwie, sondern in einer bestimmten Weise. Am Besten man tut ziemlich viel, ständig, und möglichst spektakulär sollte es auch sein.

Nun, was ist das Tun, und was das Nichtstun? Kann man eigentlich „nichts“ tun? Man tut doch immer etwas. Hören, sehen, fühlen, atmen… Am nähesten ans Nichtstun kommt vielleicht die Meditation heran. Wer sich aber schon einmal daran versucht hat wird gemerkt haben, wie schwierig das ist, und wie die Gedanken rasen – Nichtstun ist da wohl die falsche Bezeichnung. Nicht umsonst sagt man ja auch nicht, „ich habe nichts getan“, sondern man sagt „ich habe meditiert“. Und schon passt man wieder ganz gut ins Raster der Gesellschaft. Man gerät dann zwar schnell in die etwas belächelte Esoterik-Schublade, aber immer noch besser als einfach nichts zu tun.